Flightright-Index 2026: Bei Service, Pünktlichkeit und Entschädigung bleiben viele Airlines schwach

Berlin (ots) –

– Aer Lingus, Air Europa und Vueling schneiden am schlechtesten ab
– Austrian Airlines erzielt die beste Gesamtbewertung im diesjährigen Flightright-Index
– Kundenzufriedenheit bleibt bei vielen Airlines eine Schwachstelle

Flightright, Europas führendes Verbraucherportal für Fluggastrechte, hat die Ergebnisse des diesjährigen Flightright-Index veröffentlicht. Der Index bewertet erneut 20 europäische Airlines hinsichtlich Zuverlässigkeit, Zahlungsverhalten und Kundenzufriedenheit. Aer Lingus, Air Europa und Vueling schneiden in der Gesamtbewertung schlecht ab. Austrian Airlines, Eurowings und Air Baltic landen hingegen auf den vorderen Plätzen. Lufthansa schafft es trotz schlechter Zuverlässigkeit noch ins Mittelfeld.

„Flugreisende erleben die Qualität einer Airline nicht nur an Bord, sondern vor allem dann, wenn etwas schiefläuft. Wer bei Verspätungen, Ausfällen oder Entschädigungsansprüchen schlecht informiert, schwer erreichbar ist oder Zahlungen verzögert, verliert das Vertrauen der Passagiere. Genau diese Unterschiede macht der Flightright-Index sichtbar“, erklärt Feyza Türkön, Fluggastrechtsexpertin bei Flightright.

Aer Lingus, Air Europa und Vueling auf den letzten Plätzen

In der Gesamtwertung bilden Aer Lingus, Air Europa und Vueling das Schlusslicht. Aer Lingus erreicht mit 1,79 Sternen die schwächste Gesamtbewertung im diesjährigen Index. Dahinter folgen Air Europa mit 1,93 Sternen und Vueling mit 2,06 Sternen. Besonders problematisch ist bei allen drei Airlines das Zahlungsverhalten: Aer Lingus, Air Europa und Vueling erhalten in dieser Kategorie jeweils nur 1 Stern.

„Wenn ein Flug verspätet ist oder ausfällt, brauchen Passagiere vor allem Klarheit, Unterstützung und Verlässlichkeit. Bleibt diese aus und müssen Betroffene zusätzlich monatelang auf ihre Entschädigung warten, wird aus einer Flugpanne schnell eine doppelte Belastung“, so Türkön.

Austrian Airlines führt das Ranking an

Den ersten Platz im Flightright-Index 2026 belegt Austrian Airlines mit 3,04 Sternen. Die Airline überzeugt vor allem durch eine gute Zuverlässigkeit mit 3,5 Sternen und eine vergleichsweise hohe Kundenzufriedenheit von 3,12 Sternen. Auf Platz zwei folgt Eurowings mit 2,81 Sternen. Air Baltic landet mit 2,76 Sternen auf dem dritten Platz und punktet insbesondere bei der Zuverlässigkeit mit 3,5 Sternen. Auch wenn Austrian Airlines den Spitzenplatz erreicht, zeigt der Index: Die Gesamtbewertungen bleiben branchenweit ausbaufähig. Keine der untersuchten Airlines erreicht in der Gesamtwertung mehr als 3,04 von 5 möglichen Sternen.

Zuverlässigkeit: Mehrere Airlines mit guten Werten – Lufthansa, KLM und Air France schwach

In der Kategorie Zuverlässigkeit wurden Verspätungs- und Stornierungszahlen bewertet. Die besten Werte erzielen Austrian Airlines, Air Baltic, Norwegian Air Shuttle und Vueling mit jeweils 3,5 Sternen. Auch Air Europa, Ryanair, Wizz Air, Iberia und Eurowings schneiden mit 3 Sternen solide ab.

Deutlich schwächer fallen die Werte bei KLM, Lufthansa und Air France aus: Alle drei Airlines erreichen in der Zuverlässigkeit nur 1,5 Sterne. „Gerade bei großen Premiumairlines erwarten viele Reisende ein hohes Maß an Verlässlichkeit. Umso problematischer ist es, wenn ausgerechnet bekannte Anbieter bei Verspätungen und Flugausfällen schlecht abschneiden“, sagt Türkön.

Zahlungsverhalten: Air France vorne, mehrere Airlines mit deutlichen Defiziten

Beim Zahlungsverhalten wurde untersucht, wie schnell und zuverlässig Fluggesellschaften fällige Entschädigungen aufgrund von Flugverspätungen und -annullierungen an Flightright zahlen. Je mehr Direktzahlungen und je schneller gezahlt wurde, desto besser fiel die Bewertung aus.

Am besten schneidet Air France mit 3,5 Sternen ab. Lufthansa, SAS, Brussels Airlines, Finnair und Eurowings erreichen jeweils 3 Sterne. Am unteren Ende der Bewertung stehen Aer Lingus, Air Europa und Vueling mit nur 1 Stern. Auch Ryanair und Wizz Air schneiden mit jeweils 1,5 Sternen schwach ab.

„Noch immer erleben viele Flugreisende, dass sie ihrer Entschädigung regelrecht hinterherlaufen müssen. „Obwohl Fluggästen bei erheblichen Verspätungen oder Annullierungen nach EU-Recht häufig 250 bis 600 Euro Entschädigung zustehen, wird die Auszahlung von zahlreichen Airlines verzögert. In vielen Fällen müssen Passagiere sogar klagen, um ihr Geld zu erhalten. Für Betroffene bedeutet das: Auf den Ärger am Flughafen folgt oft ein zusätzlicher Kampf um die Entschädigung, die ihnen rechtlich zusteht“, erklärt Türkön.

Kundenzufriedenheit: British Airways vorne, Vueling und Air Europa hinten

Mit einer Umfrage hat Flightright analysiert, wie zufrieden Tausende Flugreisende mit dem Service verschiedener Fluggesellschaften sind und wie schnell und zuverlässig sich um die Anliegen der Reisenden gekümmert wurde. Die Umfrage umfasst Fragen zur Erreichbarkeit des Kundenservice, zur Informationspolitik und zur Unterstützung der Reisenden während des Flugproblems. Die Antworten wurden auf einer Skala von 1 bis 5 Sternen bewertet.

Wie wichtig guter Service im Störungsfall ist, zeigen auch weitere Flightright-Umfragedaten (https://www.flightright.de/presse/umfrage-momente): 37 Prozent der Flugreisenden haben wegen einer Verspätung oder Annullierung bereits einen wichtigen persönlichen Moment verpasst. Gleichzeitig fühlten sich 5 von 10 Reisenden bei einer Flugstörung völlig alleingelassen.

Am besten schneidet British Airways mit 3,42 Sternen in der Kundenzufriedenheit ab. Dahinter folgen Austrian Airlines mit 3,12 Sternen und Finnair mit 3,11 Sternen. Die schlechtesten Bewertungen erhalten Vueling mit 1,69 Sternen und Air Europa mit 1,78 Sternen. Auch SAS, Ryanair und Pegasus bleiben in dieser Kategorie nur knapp über 2 Sternen.

„Der Kundenservice ist für Flugreisende besonders dann entscheidend, wenn etwas nicht nach Plan läuft. Gerade bei Verspätungen und Annullierungen brauchen sie schnelle Informationen, klare Unterstützung und verlässliche Hilfe. Der Index zeigt jedoch: Viele Airlines lassen ihre Kunden in genau diesen Momenten allein“, so Türkön.

Fluggastrechte unter Druck: EU-Reform weiterhin nicht entschieden

Der Flightright-Index 2026 erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem auf EU-Ebene weiter über die Zukunft der Fluggastrechte verhandelt wird. Im Zentrum steht die geplante Revision der EU-Fluggastrechte-Verordnung, die aus Sicht von Flightright nicht zu einer Schwächung des Verbraucherschutzes führen darf. Der Rat der Europäischen Union hatte 2025 eine Position beschlossen, nach der Entschädigungen bei Verspätungen künftig erst ab 4 Stunden bei Flügen unter 3.500 Kilometern und innergemeinschaftlichen Flügen sowie erst ab 6 Stunden bei längeren Strecken fällig würden. Nach aktuellen Berechnungen könnten dadurch rund 60 Prozent der bisher anspruchsberechtigten Passagiere ihren Anspruch auf Entschädigung verlieren, weitere 20 Prozent müssten mit geringeren Zahlungen rechnen. Gleichzeitig droht eine Ausweitung der „außergewöhnlichen Umstände“, wodurch Airlines sich künftig häufiger ihrer Verantwortung entziehen könnten. Aus Sicht von Flightright wäre das keine Modernisierung, sondern eine systematische Absenkung bestehender Passagier- und Verbraucherrechte. Das Europäische Parlament hat sich hingegen für den Erhalt der bisherigen 3-Stunden-Grenze ausgesprochen und die Anhebung auf 4 beziehungsweise 6 Stunden zurückgewiesen. Nachdem der Rat die Änderungen des Parlaments im März 2026 abgelehnt hat, laufen die Verhandlungen nun im Vermittlungsausschuss weiter. Eine Reform, die bestehende Rechte abbaut, darf aus Sicht von Flightright nicht beschlossen werden.

„Gerade die aktuellen Index-Ergebnisse zeigen, wie wichtig starke Fluggastrechte sind. Viele Airlines schneiden bei Zuverlässigkeit, Service und Zahlungsverhalten weiterhin schwach ab. In einer solchen Situation dürfen Verbraucherrechte nicht abgebaut werden. Flugreisende brauchen klare Regeln, schnelle Entschädigungen und Airlines, die Verantwortung übernehmen, nicht höhere Hürden, mehr Ausnahmen und weniger Schutz“, resümiert Türkön.

Methodik

Der Flightright-Index basiert auf der Analyse von Millionen Flugdaten, der Bewertung der Geschwindigkeit und Effizienz von Entschädigungszahlungen sowie einer umfassenden Kundenumfrage. Diese Methodik gewährleistet eine objektive und umfassende Bewertung der Fluggesellschaften, um Verbrauchern eine verlässliche Informationsquelle zu bieten. Weitere Informationen zum Flightright-Index 2026 und der detaillierten Methodik finden Sie unter Flightright-Index 2026 (https://www.flightright.de/flightright-index) und Methodik des Rankings (https://www.flightright.de/flightright-index-methode).

Disclaimer:

Alle Angaben der Pressemitteilung basieren auf den uns zur Verfügung stehenden Daten. Die Daten sind zuverlässig, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie erfassen den Zeitraum vom 15.11.2025 bis zum 14.05.2026.

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Quelle: ots