Regensburg
Das Waldmeer des Bayerischen Waldes fesselt den Blick. Wer auf einem der Aussichtstürme oder Gipfel steht, kann sich nicht sattsehen an der Weite. Bergkuppe hinter Bergkuppe und im Süden die Zackenkette der Alpen. Der Spruch von Goethe kommt einen in den Sinn: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“ Einmal tief durchatmen, die klare Luft in die Lunge strömen lassen und verharren. Viele Gäste des Bayerischen Waldes lieben genau das. Die Ruhe, die allein die Landschaft vermittelt, die Stille auf den Waldwegen, nur unterbrochen von den Geräuschen des Waldes, dem Streichen des Windes, dem Klopfen eines Spechts oder dem feinen Ziepen einer Haubenmeise.
Wo die Natur frei sein darf
Ein außergewöhnlicher Ort für die Waldnatur ist der Nationalpark Bayerischer Wald. Er ist der älteste Nationalpark Deutschlands und genießt internationale Anerkennung. Denn seit über 55 Jahren darf sich dort ein Urwald entwickeln. Der Mensch nimmt sich zurück und überlässt das Kerngebiet einzig der Natur. Dort vor allem dem scheuen Auerhuhn, das wieder Platz in der offenen und ungestörten Waldlandschaft gefunden hat. Der truthahngroße Vogel ist der größte und seltenste Waldvogel des Bayerischen Waldes und vom Aussterben bedroht. Daher ist es im Bayerischen Wald auch so wichtig, auf den Wegen zu bleiben, um die Tiere nicht in ihrer Winterruhe zu stören. Doch man muss nicht außen vor bleiben. Im Tierfreigelände können auf weitläufigen Rundwegen 40 Säugetier- und Vogelarten beobachtet werden. Darunter Luchs, Wolf, Wisent, Rothirsch, Uhu und auch das Auerhuhn. Ein kleines Fernglas im Rucksack lohnt sich.
Fitness für Körper und Seele
Langlaufen bringt den Kreislauf in Schwung und gehört zu den beliebtesten Sportarten im Bayerischen Wald. Mit über 2.000 Loipenkilometern ist das Waldgebirge die größte Langlaufregion Deutschlands und weiterhin eines der schneesichersten Skilanglaufgebiete Mitteleuropas. Die Auswahl reicht von leichten Familienrouten bis hin zu anspruchsvollen Skating-Touren. Der Loipenbericht unter www.bayerischer-wald zeigt in Echtzeit, welche Loipe gerade gespurt wird und wie die Schneeverhältnisse sind. Dieser Service macht es leicht, die schönsten Loipen für die Tour zu finden.
Wer lieber ohne „Brettl“ unterwegs ist, spannt Spikes oder Schneeschuhe an, um sicher zu den aussichtsreichsten Plätzen oder zu sonnigen Berggasthöfen zu gelangen. In den Wintersportorten werden regelmäßig geführte Winterwander- oder Schneeschuhtouren angeboten. Es nährt die Seele, wenn die Sonne durch den lichten Wald bricht, der Schnee unter den Schuhen knirscht, Schneekristalle glitzern oder Raureif die Sträucher und Bäume ziert.
Immer der Nase nach
Der Weg ist das Ziel. Doch dabei geht es immer der Nase nach, denn gutes Essen, regionale Spezialitäten aus heimischen Produkten gehören zum vollendeten Wintertag. Wild aus den umliegenden Wäldern oder Geflügel von den Bauern wird zusammen mit Wintergemüse in bewährter Art mit kräftiger Soße und Kartoffel- oder Semmelknödel serviert. Kaiserschmarrn oder Apfelrahmstrudel kommen für diejenigen, die lieber Süßes wollen, ebenso in den Ofen. Gibt es Krapfen, sollte man diesen unbedingt zu einer Tasse Kaffee bestellen. Das Schmalzgebäck mit einer dicken Puderzuckerschicht obendrauf, ist eine lukullische Krönung zum Abschluss.
Bergleidenschaft im Blut
„Winterurlaub im Bayerischen Wald bedeutet heute schon mehr als klassischen Skisport. Denn Wintererholung ist zugleich ein eindrückliches Naturerlebnis und hat viele Facetten. Genau darin liegt die Stärke unserer Region“, sagt Thomas Eckl. Er ist der Bergbahnleiter des Großen Arbers, dem mit 1.456 Metern höchsten Berg des Bayerischen Waldes. Er hat die Bergleidenschaft im Blut und kennt den Großen Arber in- und auswendig. Wo sich im Sommer Schmetterlinge und Wildbienen tummeln, tun dies im Winter Skifreaks und Gipfelliebhaber. Modernste Lift- und Gondelanlagen bringen die Wintergäste auf den König des Bayerischen Waldes, wie der Arber genannt wird. Dort treffen sich Schneeschuh- und Tourengeher, Alpinskifahrer und Snowboarder, Genießer und Spaziergänger. Familienfreundliche Preise, ein Funpark und die legendären schwarzen Weltcup-Abfahrtsstrecke machen den Berg im Winter zum beliebten Ziel. Besonders familienfreundlich präsentiert sich auch das Skigebiet Mitterdorf. Es liegt am Almberg bei Mitterfirmiansreut. Mit seinen neuen Sesselliften und mit flacheren Hängen eignet sich das Skigebiet ideal für erste Schwünge und ist auch für Skifahrende mit Handicap gut geeignet.
Wohliger Wintergenuss für Wellnessliebende
Ein wohliges Wintervergnügen bieten auch die vielen Wellnesshotels des Bayerischen Waldes. Panoramaspas, Infinitypools, die gefühlt bis in die Winterlandschaft hineinreichen, geben Raum für pure Entspannung. Achtsame Massagen, meditative Saunagänge und stille, großzügige Ruhebereiche lassen den Alltag in die Ferne rücken. Tagträume und innere Ausgeglichenheit sind wie Fundstücke der Seele und schenken tiefe Erholung.
Ob weiß, ob grün, …
Manchmal lässt der Schnee auf sich warten, manchmal nimmt das Tauwetter die schöne weiße Pracht wieder weg, manchmal fallen dicke Flocken vom Himmel und verzaubern den Wald in eine Märchenlandschaft. Wie es auch ist, im Bayerischen Wald ist so vieles möglich, dass es bei jedem Wetter ein erholsamer und erlebnisreicher Urlaub wird. Skifahren, Langlaufen, Schneeschuhwandern oder mit der Kutsche fahren, Wandern, Weitblick genießen und gemütlich einkehren, eine Glashütte besuchen oder in den vielen Museen die Region erkunden. Es gibt immer viel zu Entdecken.
www.bayerischer-wald.de
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Ulrike Eberl-Walter
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Quelle: ots
