Piacenza, Italien (ots) –
Die Generalversammlung der Europäische Fusion Association (EFA) markiert neuen Abschnitt für eine klarere, stärkere und besser abgestimmte Interessenvertretung der europäischen Fusionsindustrie
– Um die Interessenvertretung der europäischen Fusionsindustrie weiter zu stärken, vereinbarten die European Fusion Association (EFA) und Fusion Europe (FE) einen Prozess der strategischen Ausrichtung.
– Der Schritt erfolgt in einer Phase, in der Europa sich auf die kommende EU-Fusionsstrategie vorbereitet und damit in einem entscheidenden Moment für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit, die Energiesicherheit und die zukünftige Wertschöpfungskette der Fusionsenergie.
– Mehrere mit Fusion Europe verbundene Unternehmen – darunter Proxima Fusion, Walter Tosto, AVS und INEUSTAR – sind im Vorfeld der Generalversammlung der EFA beigetreten.
– Die EFA-Mitglieder haben Änderungen in den Governance-Strukturen für die nächste Phase der strategischen Ausrichtung gebilligt, die Einrichtung eines Associations Council vorbereitet und die Regelungen für das Executive Board aktualisiert.
– EFA und FE rufen zu einer souveränen, umsetzungsorientierten und zeitnahen EU-Fusionsstrategie auf, die die Dynamik der Industrie mit klaren Umsetzungsschritten verknüpft
Die European Fusion Association (EFA) und Fusion Europe (FE) haben gestern eine neue Phase der gemeinsamen strategischen Ausrichtung der europäischen Stimme der Fusionsindustrie angekündigt. Dies geschah im Anschluss an die erste Generalversammlung der EFA in Piacenza, Italien.
In einer Phase, in der sich die Fusionsenergie von einem überwiegend forschungsgetriebenen Vorhaben hin zur industriellen Umsetzung entwickelt, unternehmen EFA und FE konkrete Schritte, um Europas Fusionsökosystem stärker auf einer klareren, stärkeren und besser koordinierten Plattform für das Engagement der Industrie zusammenzuführen.
Der Angleichungsprozess der beiden Organisationen wird im Rahmen der etablierten Governance-Struktur der EFA schrittweise vorangetrieben. Ziel ist es, die Koordination entlang der europäischen Fusions-Wertschöpfungskette zu stärken, den Austausch mit politischen Entscheidungsträgern und Institutionen kohärenter zu gestalten und sicherzustellen, dass die Industrie besser organisiert ist, um zur nächsten Phase der europäischen Fusionspolitik beizutragen.
Mehrere Organisationen aus dem Umfeld von Fusion Europe sind im Vorfeld der Generalversammlung der EFA beigetreten, darunter Proxima Fusion, Walter Tosto, AVS und INEUSTAR. Dieser Schritt verdeutlicht die wachsende industrielle Konvergenz hin zu einer gemeinsamen europäischen Plattform und ist ein konkreter Beitrag dazu, Europas Fusionsindustrie enger mit Politik, Institutionen und weiteren Stakeholdern zusammenzubringen.
Die Ankündigung erfolgt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Die kommende EU-Fusionsstrategie wird maßgeblich mitbestimmen, ob Europa seine wissenschaftliche Exzellenz, seine Ingenieurskompetenz und seine industrielle Basis in konkrete Projekte, Wertschöpfung in der Lieferkette, Investitionen und langfristige strategische Vorteile übersetzen kann.
Nach Angaben des Fusion Observatory von Fusion for Energy haben private Fusionsinvestitionen weltweit inzwischen ein Volumen von rund 13 Milliarden Euro erreicht. Die USA und China vereinen mehr als 85 Prozent dieser Mittel auf sich. Der Anteil der EU liegt bei rund 5 Prozent der globalen privaten Fusionsfinanzierung. Ein deutliches Signal, dass Europa stärkere Rahmenbedingungen schaffen muss, damit Unternehmen, Zulieferer und industrielle Partner wachsen und skalieren können.
Vor diesem Hintergrund rufen EFA und FE die Europäische Kommission dazu auf, zeitnah eine souveräne und konkrete EU-Fusionsstrategie zu veröffentlichen, die zudem mit einem klaren Umsetzungsplan verbunden ist. Die Strategie sollte die Projektumsetzung unterstützen, Investitionen mobilisieren, europäische Lieferketten stärken und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Fusionsprojekte in Europa realisiert werden.
Im Rahmen der gestrigen Generalversammlung haben die Mitglieder der EFA Aktualisierungen ihrer Governance-Struktur beschlossen, um diese nächste Phase zu unterstützen. Dazu gehört eine befristete Änderung der EFA-Satzung, die für die Vorstandswahl 2026 zwei Sitze für geeignete Kandidatinnen und Kandidaten mit Verbindung zu Fusion Europe im Executive Board vorsieht.
Darüber hinaus wurden den Mitgliedern Pläne zur Einrichtung eines „Associations Council“ vorgestellt. Dieses Gremium soll einen strukturierten Zugang für nationale Industrieverbände schaffen, um sich in die Arbeit der EFA einzubringen.
Die laufenden Mandate der vier bisherigen Mitglieder des Executive Board wurden von der Generalversammlung bestätigt. Zwei neue Mitglieder wurden auf die Sitze berufen, die für geeignete, mit Fusion Europe verbundenen Kandidat:innen reserviert waren. Ein weiteres neues Mitglied wurde auf einen frei gewordenen Sitz gewählt.
Bernard Blanc (Director of Nuclear Development, Assystem) wurde zum Vorsitzenden des Executive Board gewählt.
Die Mitglieder des Executive Board im Überblick:
– Bernard Blanc (Director of Nuclear Development, Assystem) – Bestätigung des bestehenden Mandats
– Miguel Angel Carrera (Founder & CEO, AVS) – Ernennung auf einen reservierten Sitz
– Eric Giguet (Sales & Strategy Director, Alsymex) – Bestätigung des bestehenden Mandats
– Marianna Ginola (Head of Nuclear, Fusion Energy & Research, SIMIC) – Bestätigung des bestehenden Mandats
– Lucio Milanese (Co-Founder & Chief External Affairs Officer, Proxima Fusion) – Ernennung auf einen reservierten Sitz
– Massimiliano Tacconelli (VP Nuclear & Big Science Director, Walter Tosto) – Wahl auf einen frei gewordenen Sitz
– Anders Wulff (CEO, SUBRA) – Bestätigung des bestehenden Mandats
Bernard Blanc, zukünftiger Vorsitzender der European Fusion Association, sagte:
„Dies ist ein bedeutender Moment für die europäische Fusionsindustrie. Angleichung ist kein Selbstzweck. Es geht darum sicherzustellen, dass die Industrie organisiert, glaubwürdig und bereit ist, auf dem Niveau mitzuwirken, das diese Phase erfordert.
Europa verfügt über eine hervorragende Ausgangslage, von wissenschaftlicher Spitzenstellung und industriellen Fähigkeiten bis hin zu fortgeschrittener Ingenieurkompetenz und spezialisierten Zulieferern. Diese können eine wachsende Basis an Entwicklern von Fusionstechnologien unterstützen. Aber diese Stärken werden sich nur dann in konkrete Projekte und strategischen Mehrwert übersetzen, wenn Europa mit Tempo und Klarheit vorangeht.
Indem wir EFA und Fusion Europe enger miteinander verzahnen, übernehmen wir Verantwortung als Industrie. Wir schaffen eine stärkere Plattform für Koordination entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Nun ist es an der Politik, diese Dynamik mit einer EU-Fusionsstrategie zu spiegeln, die umsetzbar ist, solide finanziert wird und konsequent auf Umsetzung ausgerichtet ist.“
Erik Fernandez, Gründer und Vorstandsmitglied von Fusion Europe, erklärte:
„Dieser große Schritt hin zu einer Zusammenführung spiegelt die wachsende Reife und Ambition der europäischen Fusionsindustrie wider. Je näher der Sektor der tatsächlichen Umsetzung rückt, desto wichtiger ist es, dass die Industrie gemeinsam daran arbeitet, ein starkes und vertrauenswürdiges Ökosystem aufzubauen, das Innovation beschleunigt, die Lieferketten stärkt und Europas technologische Vorreiterrolle untermauert.
Europa hat die Chance, in der Fusion eine führende Rolle einzunehmen, doch dafür braucht es weiterhin eine enge Partnerschaft aller Akteure: Der Industrie, der Forschungseinrichtungen und der politischen Entscheidungsträger, getragen von einer klaren Strategie und einem langfristigen Bekenntnis zur Umsetzung.“
Parallel zur Entwicklung der EU-Fusionsstrategie von der Ausarbeitung in die Umsetzung, werden EFA und FE den strategischen Angleichungsprozess gemeinsam mit ihren Mitgliedern, Verbändepartnern, politischen Entscheidungsträgern und weiteren Stakeholdern weiter vorantreiben.
Über die European Fusion Association
Die European Fusion Association (EFA) ist ein in Brüssel ansässiger, gemeinnütziger Industrieverband, der im Oktober 2024 gegründet wurde und rund 70 europäische Unternehmen entlang der gesamten Fusions-Wertschöpfungskette vertritt. Ziel der EFA ist es, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Finanzsektor und Politik zu fördern, um den Übergang der Fusionsenergie aus dem Labor in das Stromnetz zu beschleunigen. EFA setzt sich für eine europäische Führungsrolle in der Fusion und für eine industriellen Aufbruch, getragen von sauberer Energie, ein.
Über Fusion Europe
Fusion Europe ist ein paneuropäischer Industrieverband, der Unternehmen der privaten Fusionsbranche in Europa vertritt. Mit Sitz in Brüssel vereint der Verband Industrieakteure und nationale Fusionsverbände, um Europas Fusionswertschöpfungskette zu stärken, technologische Führungsfähigkeit zu fördern und sich für politische Rahmenbedingungen einzusetzen, die kommerzielle Fusionsenergie beschleunigen.
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