Berlin (ots) –
In den meisten kommunalen Verwaltungen herrscht Unsicherheit darüber, was sie bei den Zukunftsthemen Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und Nachhaltigkeit erwartet – da macht Bayern keine Ausnahme. Es fehlt vielfach an Strategien und Zielsetzungen, oft ist der aktuelle Stand nicht bekannt – so die Ergebnisse der bundesweit repräsentativen Yorizon-Studie 2025 (https://yorizon.com/studie-2025).
Eines der kritischen Studienergebnisse (https://yorizon.com/studie-2025) betrifft KI: Nicht einmal zehn Prozent der befragten kommunalen Entscheidungsträger sehen sich gut auf die Nutzung von KI vorbereitet. Bundesweit liegt der Wert bei 9,1 %, in Bayern ist es sogar ein Prozent weniger. 43,4 % gaben aus Bayern an, schlecht auf KI vorbereitet zu sein, in etwa der gleiche Prozentsatz konnte das nicht beurteilen oder war bei dieser Frage unentschieden.
Unbedarfte KI-Nutzung mit rechtlichen Fallstricken
Gleichzeitig – und das ist durchaus besorgniserregend – gaben knapp 36,3 % aus Bayern an (bundesweit 37,5 %), KI bereits im Einsatz zu haben, damit erste Erfahrungen zu machen oder konkrete Pläne zur breiten Nutzung zu verfolgen. „Fehlt fundiertes Wissen, wie und wofür welche KI-Anwendungen auf sichere Weise eingesetzt werden können, stehen kommunale Verwaltungen vor erheblichen rechtlichen Risiken“, sagt Andreas Schweinar, Co-CEO von Yorizon. „Datenschutz ist hier ein wesentlicher, aber nicht der einzige Aspekt. Ohne strikte Regelung zur KI-Nutzung und Kennzeichnung KI-generierter Dokumente, ist nicht mehr nachzuvollziehen, welche Informationen auf Fachwissen und gesicherten Quellen basieren und welche nicht – mit weitreichenden rechtlichen Konsequenzen.“
Fehlende Fachkompetenz und Datenschutz gelten als zentrale KI-Risiken
Die KI-Risiken sind den meisten wohl auch bewusst: So nennen die bayerischen kommunalen Entscheider fehlende Fachkompetenz mit 35,4 % als wichtigsten Aspekt, der gegen eine KI-Nutzung spricht. Datenschutzrisiken folgen mit 32,2 % auf Platz zwei, dahinter das Risiko fehlerhafter Automatisierung (31,5 %) und Mangel an Transparenz (31,2 %).
Bemerkenswert sind auch die hinteren Plätze der genannten KI-Risiken: Hier stehen die Aspekte wie fehlende Standardisierung (15,3 %) und Diskriminierungsgefahr (11,9%). Doch gerade auch bei diesen Fragestellungen sind rechtliche Stolperfallen zu finden. Schließlich ist Standardisierung bei KI-Anwendungen wesentlich, um grundlegende rechtliche und ethische Regelungen umsetzen und kontrollieren zu können.
„Dass auch der Implementierungsaufwand (10,4%) weniger Beachtung findet, zeigt, dass vielen technisches Hintergrundwissen fehlt“, ergänzt Schweinar. „Denn statt öffentliche KI-Chats zu nutzen sind Kommunen gefordert, für ihre sensiblen Prozesse eigene, private KI-Umgebungen zu etablieren. Deren Bereitstellung, Training und Feintuning sowie Betrieb bedeuten erheblichen Aufwand im Hinblick auf Rechenzentrumsleistung, Cybersecurity und digitaler Souveränität.“
Zumeist fehlt eine kommunale Cyber-Sicherheitsstrategie
Stichwort Digitalisierung: Hier entsprechen die Ergebnisse aus Bayern dem bundesweiten Durchschnitt. Laut der Yorizon-Studie (https://yorizon.com/studie-2025) fühlt sich nicht mal jeder Fünfte gut auf Digitalisierungsziele vorbereitet, schlecht gewappnet sehen sich 36,7 %, etwa der gleiche Anteil ist hier unentschieden oder kann es nicht beurteilen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Frage nach Nachhaltigkeitszielen.
Kritisch ist der Stand bei Cyber-Sicherheit: Nur 29,6 % der bayerischen Kommunalvertreter gaben an, dass sie in ihrem Verantwortungsbereich eine Strategie zur Abwehr von Cyber-Angriffen verfolgen. Mit 26 % hat ein gutes Viertel keine entsprechende Strategie und ganze 44,4 % wissen es schlichtweg nicht. Im Bundesdurchschnitt sieht die Situation geringfügig besser aus.
Digitalisierung und Nachhaltigkeit gilt vielen als gut vereinbar
Ob und wie sie Synergieeffekte aus der Umsetzung der Zukunftsthemen Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit nutzen können, ist vielen kommunalen Entscheidern noch nicht ganz klar. Doch zumindest 40,2 % der Befragten aus Bayern sehen Digitalisierung und Nachhaltigkeitsziele als gut vereinbar. KI und damit vernetzte, intelligente Systeme mit Nachhaltigkeitszielen in Verbindung zu bringen, ist für 34,8 % der bayerischen kommunalen Entscheider naheliegend. Dies sind knapp acht Prozent mehr als im bundesweiten Durchschnitt. Von den Synergieeffekten zwischen Nachhaltigkeitszielen und Cloud-Nutzung ist ein knappes Drittel überzeugt.
Viel Unsicherheit bei den Anforderungen durch Zukunftsthemen
„In vielen Kommunen herrscht durchaus Unsicherheit darüber, was für die Zukunftsthemen Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit notwendig ist“, zieht Schweinar das Fazit zu den Studienergebnissen (https://yorizon.com/studie-2025). „Es gibt ein paar kritische blinde Flecken – KI ist vielfach in Einsatz, doch zumeist fehlen dazu Regelungen, Cyber-Sicherheit ist zwar ein Thema, aber die wenigsten haben hierfür definierte Strategien, Nachhaltigkeit in der IT klingt gut, hat aber nicht Priorität. Es gibt zahlreiche Vorreiter-Kommunen, klar ist aber auch, dass für nachhaltige, souveräne Digitalisierung auf breiter Basis aufgeholt werden sollte, um tragfähige Standards für die digitale Transformation in der kommunalen Organisation zu etablieren.“
Über die Yorizon-Studie „Kommunen im Spannungsfeld von Digitalisierung, souveräner KI-Nutzung und Nachhaltigkeitszielen (https://yorizon.com/studie-2025)“
Die Yorizon-Studie 205 „Kommunen im Spannungsfeld von Digitalisierung, souveräner KI-Nutzung und Nachhaltigkeitszielen“ beleuchtet den Stand kommunaler Verwaltungen im Hinblick auf Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit. Dabei wurde insbesondere untersucht, inwieweit sich Kommunen auf diese Zukunftsthemen gut vorbereitet fühlen, wo sie Defizite sehen und wie sie die Vereinbarkeit dieser Themen beurteilen.
Dafür befragte im Auftrag von Yorizon das unabhängige Marktforschungsunternehmen Civey in einer deutschlandweit repräsentativen Umfrage 1.500 Entscheider:innen aus kommunalen Verwaltungen. Der Befragungszeitraum war im Jahr 2025 zwischen KW 27 und KW 32.
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