Bozen (ots) –
Der BEAM Summit 2026 brachte am 19. und 20. Mai erneut internationale Vordenker aus Hospitality, Tourismus, Markenführung und Kultur nach Bozen. Unter dem diesjährigen Leitmotiv „Lead the Shift“ diskutierten gut 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber, warum die Zukunft der Branche nicht länger von Standardisierung, Perfektion und Wachstum um jeden Preis geprägt sein wird, sondern von Authentizität, Gemeinschaft und echter menschlicher Verbindung.
Thomas Mur, Direktor der Messe Bozen, zieht eine positive Bilanz: „BEAM hat sich als Plattform etabliert, auf der neue Ideen, mutige Konzepte und branchenübergreifende Netzwerke entstehen. Gerade in Zeiten großer gesellschaftlicher Veränderungen braucht es solche Orte, an denen Zukunft aktiv gestaltet wird.“
Community statt Zielgruppe
Ein zentrales Thema des diesjährigen Summits war die Frage, wie Marken, Hotels und touristische Orte in einer zunehmend von Algorithmen geprägten Welt wieder emotional relevant werden können. Sabine Rogg vom trendbüro, Magnus Busch von nook society und Philipp Ibrahim vom Berliner Hotelprojekt MOA diskutierten über Community als neues Kapital. Statt möglichst allen gefallen zu wollen, gehe es künftig um klare Haltung und Zugehörigkeit. „Eine Community ist dann stark, wenn sie nicht für alle ist“, lautete eines der prägnantesten Statements des Summits aus dem Munde von Sabine Rogg.
Auch Sven Sallaerts von Younique Concepts plädierte für mutigere Konzepte und eine starke Unternehmenskultur. Sein Credo: „Mainstream is dead“. Entscheidend seien heute nicht austauschbare Angebote, sondern Erlebnisse, Identität und emotionale Bindung.
Authentizität statt „Einheitsbrei“
Tyler Brûlé, Gründer des internationalen Medienunternehmens Monocle, sprach über die wachsende Sehnsucht nach Charakter, regionaler Identität und glaubwürdigen Orten. Nicht umsonst befinde sich einer der weltweit erfolgreichsten Monocle-Shops im vergleichsweise winzigen Obermais und unterstreiche damit die Bedeutung lokaler Identität. Entsprechend warnte Brûlé vor der wachsenden Uniformität vieler Orte und Markenwelten, die durch soziale Medien verstärkt werde: „Instagram hat vielerorts denselben Design-Einheitsbrei erzeugt.“
Wie stark emotionale Erlebnisse in Erinnerung bleiben, zeigte auch Angelica Megan Galeazzi am Beispiel ihres Hospitality-Projekts Corte Palazzina am Gardasee. Dort gehe es nicht um Inszenierung, sondern um echte Nähe und alltägliche Menschlichkeit. Besonders eine Geschichte blieb vielen Gästen des Summits im Gedächtnis: Hühner, die in den Koffern von Gästen Eier legen. Ein Bild für jene ungeplanten, authentischen Momente, die kein Marketing künstlich erzeugen kann.
Auch Andreas Tuffentsammer zeigte mit seinem „Institute for Culinary Culture“, welches kulinarisches Kulturerbe dokumentiert und bewahrt, dass Authentizität weit über reine Gestaltung hinausgeht: „Mit Menschen sterben Rezepte. Jede Großmutter trägt ein Stück Kulturgeschichte in sich“, lautete seine eindringliche Warnung vor einer zunehmenden kulturellen Gleichförmigkeit durch Algorithmen und globale Trends.
Human Hospitality trotz KI
Der zweite Konferenztag widmete sich verstärkt den gesellschaftlichen Umbrüchen unserer Zeit. Unternehmensberater Boris Lebedev beschrieb den Wandel hin zu einer regenerativen Wirtschaft als herausfordernden, aber notwendigen Prozess: „Es gibt keinen Weg um den Nebel herum – nur hindurch.“
Gleichzeitig zeigte Nils Persson von Visit Sweden, wie Natur, Entschleunigung und Wellbeing zunehmend zu zentralen Reisemotiven werden. Auch die Rolle des Menschen im Zeitalter künstlicher Intelligenz sowie die Bedeutung von Humor und Authentizität in der Kommunikation standen im Fokus.
Landesrat Luis Walcher und Erwin Hinteregger, CEO von IDM Südtirol, warben für eine Form von „Human Hospitality“, die regionale Identität, gute Ausbildung und echte Gastfreundschaft miteinander verbindet. Südtirol könne dabei als nachhaltiger Lebensraum und authentische Tourismusregion eine Vorreiterrolle einnehmen.
Mutige Modelle und neue Verantwortung
Wie neue Modelle wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung verbinden können, zeigten unter anderem Benjamin Adrion von Viva con Agua sowie mehrere Südtiroler Innovationsprojekte. Adrion sprach über das Social-Hospitality-Konzept „Villa Viva“, das Gemeinschaft, Kreativität und soziales Engagement verbindet. Im Mittelpunkt stehe die Idee, Menschen aktiv einzubinden und Teil einer größeren Vision werden zu lassen.
Auch Projekte wie Mountbecher, Palace Merano oder franz&mathilde machten deutlich, dass die Zukunft der Hospitality zunehmend von klarer Positionierung, Mut zum Anderssein und starken Gemeinschaften geprägt wird. Viele Speaker betonten dabei, dass Innovation selten aus Perfektion entsteht, sondern aus Experimentierfreude, Haltung und der Bereitschaft, neue Wege zu gehen.
Der BEAM Summit 2026 stand damit sinnbildlich für einen Wandel, der viele Bereiche der Hospitality erfasst: weg von Austauschbarkeit und reiner Optimierung, hin zu Charakter, Haltung und echter Verbindung. Oder, wie es sich durch viele Panels zog: „Lead the Shift.“
Die nächste Ausgabe des BEAM Summits findet im Frühjahr 2027 erneut in Bozen statt.
Weitere Informationen unter www.beam-summit.com.
Pressekontakt:
IDM Südtirol – Alto Adige
T +39 0471 094000
[email protected]
www.suedtirol.info
Original-Content von: IDM Südtirol, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots
